Wattenscheid ist ein Stadtteil von Bochum. Von 1926 bis 1975 war Wattenscheid
eine kreisfreie Stadt. 1975 wurde Wattenscheid gegen
den Protest vieler Einwohner eingemeindet. Aktuell hat Wattenscheid ungefähr
78.000 Einwohner.
Schutzpatronin der Stadt ist die Heilige Gertrud. Ein sehr schönes Wappen mit
ihr befindet sich im alten Wattenscheider Rathaus.
Geschichte
Im Jahr 890 wurde
Wattenscheid erstmalig im Heberegister
des Klosters Werden urkundlich als "Uattanscethe"
erwähnt. Im gleichen Dokument finden sich auch zum ersten Mal die Namen
der Wattenscheider Stadtteile Eppendorf ("Abbingthorpe"),
Höntrop ("Hogingthorpe") und Westenfeld
("Westanfelda"). Vor 1417 erhält
Wattenscheid von Graf Adolf IV. von Cleve-Mark die stadtähnlichen Rechte
einer Freiheit.1554 ist
Wattenscheid Mitglied der Hanse.1604 war
Wattenscheid mit ungefähr 700 Einwohnern die bevölkerungsreichste Freiheit
der Grafschaft Mark.1623-1629 wird
Wattenscheid im Dreißigjährigen Krieg von spanischen
Reitern besetzt. 1635 brennt
Wattenscheid völlig nieder. 1722 erste
Urkundliche Erwähnung des Kohlenbergbaus. 1811-1832 ist
Wattenscheid Sitz eines Kommissariats dem 36 Pfarreien angehören, darunter
Bochum, Gelsenkirchen,
Dortmund,
Unna, Hattingen,
Hagen, Iserlohn
und Hamm.*1816 wird
Wattenscheid bei der Entstehung der preussischen Provinz Westfalen Sitz
eines Amtes, dem die Gemeinden Hessler, Schalke, Braubauerschaft (heute
Bismarck), Bulmke, Hüllen, Gelsenkirchen, Ueckendorf, Leithe, Günnigfeld,
Westenfeld, Sevinghausen, Eiberg, Freisenbruch, Königsteele, Höntrop,
Eppendorf und Munscheid angehören. 1840 12 Bergwerke
mit ca. 580 Bergleuten. 1868 wird Gelsenkirchen
aus dem Amt Wattenscheid entlassen. 1876 beziehungsweise 1885 folgen das
später von Gelsenkirchen eingemeindete Ückendorf und das später von Essen
eingemeindete Königssteele, so dass das Amt fast zwei Drittel seiner
Fläche verliert.
Im späten 19.
Jahrhundert steigt die Bevölkerung von Wattenscheid auf Grund des
Bergbaus dramatisch an.Am 15.
Januar1876
erhält Wattenscheid die Stadtrechte. Am 11. November 1920 wird
die Kunstfigur James Bond laut seiner Biographie "James Bond
- the Authorized Biography of 007" (Autor: John Pearson) in
Wattenscheid, in der spätklassizistischen Villa Baare geboren, die 1945 von den Alliierten
beschlagnahmt wurde. 1926 wird
Wattenscheid kreisfreie Stadt mit 62.780 Einwohnern. 1957 arbeiteten
mehr als 8.000 Wattenscheider im Bergbau (das
sind fast 60 % der arbeitenden Bevölkerung).1973 wird mit der
Zeche "Holland" die letzte Wattenscheider Zeche
stillgelegt.Am 1. Januar1975 werden die
Städte Wattenscheid und Bochum vom Landtag NRW zu einer neuen Stadt mit Namen
Bochum zusammengeschlossen, um die desolate Haushaltslage der bisherigen
Stadt Bochum zu stabilisieren. Das von der Aktion Bürgerwille initierte
Bürgerbegehren, bei dem sich 71,43 Prozent der Wattenscheider für die
Beibehaltung der Selbständigkeit aussprechen, scheitert.
Über mehr als ein Jahrhundert wurde Wattenscheid wie die meisten Städte im Ruhrgebiet
vom Bergbau
geprägt.
Bekanntester Industrieller aus Wattenscheid ist der Textilfabrikant Klaus
Steilmann.
Der Wattenscheider Fußballverein SG Wattenscheid 09 spielte von 1990 bis 1994 in der 1. Bundesliga.
Derzeit kickt das Team von Trainer Georg Kreß in der Regionalliga Nord. Die
Frauen der SGW spielen seit dem Jahr 2004 in der 2. Bundesliga. Mittelfristig
peilt die Mannschaft von Tanja Schulte den Aufstieg in die Eliteliga an. Der TV 01 Wattenscheid Leichtathletik
gehört zu den erfolgreichsten deutschen Leichtathletikvereinen.
Prominenteste Sportlerin aus Wattenscheid ist die zweimalige
Siebenkampf-Weltmeisterin Sabine Braun, die ihre aktive Karriere inzwischen
beendet hat. Sie wohnt in Wattenscheid-Höntrop. Die Sportgymnastinnen des TV
Wattenscheid waren mehrfach bei Olympischen Spielen dabei.