Der Name Maine Coon ist abgeleitet vom Staat Maine in den USA, wo diese Katze ursprünglich angetroffen wurde. "Coon" steht für "Rac-coon" (racoon), das Waschbär bedeutet und verweist auf die starke Ähnlichkeit zwischen dem geringelten langen Schwanz dieser Katzen und dem des Waschbären. Man behauptete, die Einwohner des Staates Maine hätten die Maine Coon für eine Kreuzung zwischen einer gewöhnliche Katze und einem Waschbären gehalten. Aber wir wissen jetzt, dass diese Art Kreuzung genetisch nicht möglich ist. Näherliegend ist die Behauptung, dass die Vorfahren der Maine Coon aus Europa durch die Seeleute eingeführt wurden. Es war und ist noch üblich, auf lange Seefahrten Katzen mit auf die Reise zu nehmen um die Ratten- und Mäuse-Bestände an Bord zu reduzieren. Halblanghaarige Katzen sind also sicher mit Seeleuten und Immigranten aus England (Angorakatzen und die Vorläufer der Persisch-Langhaar) oder Skandinavien (Norwegische Waldkatze) auf diese Weise auf dem Nord- Amerikanische Kontinent angekommen. Dort haben sie sich mit den schon vorhandenen Kurzhaar-Katzen vermehrt.
Daraus ergibt sich die Annahme, dass die Maine Coon sowohl mit der Norwegischen Waldkatze verwandt sein könnte, als auch mit der Türkischen Angorakatze, die wir als eine der Urmütter der Persisch- Langhaar kennen. Maine Coon Katzen waren schon ab 1895 auf Katzenausstellungen in Amerika zu besichtigen. Die Maine Coon war eine sehr beliebte Rasse, bis die Englisch- und die Persisch-Langhaar in Amerika eingeführt wurden. Diese Katzen hatten eine viel exotischere Ausstrahlung, wodurch sie die Aufmerksamkeit der Katzenliebhaber stärker anzogen. Von diesem Zeitpunkt an sah man weniger Maine Coon auf Katzenausstellungen, aber als Haustier und Vernichter von Ungeziefer blieb die Rasse unvermindert beliebt und vornehmlich im Staat Maine erhalten.
Noch heute zählt die Maine Coon zu den natürlichsten und widerstandsfähigsten Katzenrassen. Sie ist, entsprechend ihrer Herkunft, perfekt für extremes Klima ausgerüstet. Ohne züchterische Einflussnahme passte sie sich im Laufe der Zeit an die unwirtlichen Lebensbedingungen an. Das dichte, halblange, wasserabweisende Fell mit viel Unterwolle schützt sie im harten, schneereichen Winter der Nordstaaten Nordamerikas vor der Kälte. Im heißen Sommer dagegen trägt sie ein leichtes Sommerkleid ohne Halskragen. Das wasserabweisende, pflegeleichte Fell, der buschige Schwanz (in den sich die Katze richtig einwickeln kann), große Ohren mit wärmenden Luchspinseln, mächtige Pranken, starke Muskulatur, kräftige Kiefer (um auch einmal etwas größere Beute zu knacken), lange Haarbüschel zwischen den Zehen (um im Schnee nicht einzusinken) gehören zu ihrer natürlichen Ausrüstung.
Typisch für die Maine Coon
- wird groß und schwer - verspielt bis ins hohe Alter - Spätentwickler - sehr gesprächig (verständigt sich mit gurrenden Lauten) - sehr gesellig - pflegeleicht, trotz des halblangen Fells
Charakter und Eigenschaften
Ganz im Gegensatz zu ihrem imposanten und manchmal fast "gefährlichen" Aussehen ist die Maine Coon von äußerster Sanftmut. Maine Coon, oft auch als "Gentle Giants" (sanfte Riesen) bezeichnet, sind unaufdringlich, suchen aber immer die Nähe zu ihren Menschen. Für ihre volle körperliche Entwicklung brauchen sie ca. 3-4 Jahre. Coonies sind sehr gesellige Tiere und sollten daher nicht allein gehalten werden. Sie leben in Harmonie mit anderen Katzen und auch katzenfreundlichen Hunden (wenn sie im Kittenalter daran gewöhnt werden).
Diese lustigen Gesellen bleiben Clowns bis ins hohe Alter, immer wieder fallen diesen sehr intelligenten Tieren neue Späße ein. Wundern sie sich also nicht, wenn ihre Coonie Socken oder kleinere Stofftiere mit sich umherschleppt, Kugelschreiber vom Schreibtisch klaut, Spielmäuse im Wassernapf badet oder diese stundenlang apportiert....... !
Eines ist sicher, mit einer Maine Coon wird Ihnen garantiert nie wieder langweilig. Es ist ein Irrglaube, dass eine Maine Coon bei einer reinen Haltung als "Hauskatze" unglücklich wäre. Sie ist ja beim Züchter im Haus geboren worden und hat das Umherstreunen nie kennen gelernt.
VERSORGUNG
Das halblange Fell der Maine Coon ist selbstreinigend und bleibt normalerweise mit einer wöchentlichen Bürstenpflege
in bester Kondition. Vorzuziehen ist eine Bürste aus echtem Haar, weil synthetische Bürsten sich statisch aufladen. Dichtes Haar, wo Sie mit einer Bürste nicht durchkommen, können Sie mit einem weitzinkigen Kamm kämmen. Versuchen Sie, beim Kämmen nicht zu grob vorzugehen, weil Sie sonst das Fell beschädigen könnten. Im Frühling und im Sommer findet der Haarwechsel statt, wobei vornehmlich das lange Haar um den Kragen ausfällt. Es versteht sich von selbst, dass Sie in dieser Periode der Fellpflege mehr Aufmerksamkeit widmen müssen um zu verhindern, dass die Katze bei ihrer täglichen Toilette zu viele lose Haare schluckt. Eine Gummibürste ist hier ein praktisches Hilfsmittel, hat aber den Nachteil, bei zu häufigem Gebrauch das Fell zu schädigen. Züchter und Katzenhalter, die ihre Main Coon regelmäßig auf Ausstellungen zeigen, greifen deshalb während der Zeit des Haarwechsels oft zu einer weichen Bürste.
Ein Maine Coon, die regelmäßig an Katzenausstellungen teilnimmt, wird natürlich insgesamt etwas mehr Pflege benötigen als ein Tier, das nur als Hauskatze gehalten wird. Obwohl also die Fellpflege dieser Katzen nicht so aufwendig ist, wie etwa bei einer Perserkatze, kann es manchmal nötig sein, das Fell eine Woche vor der Ausstellung zu waschen. Da das Fell nach der Wäsche eine gewisse Zeit braucht, um wieder sein natürliches Aussehen zu zeigen, ist es nicht ratsam, die Haarwäsche unmittelbar vor der Ausstellung vorzunehmen. Benutzen Sie auf jeden Fall ein spezielles Katzenshampoo, um die Haut nicht zu reizen. Statt dessen können Sie das Katzenfell auch ein oder zwei Tage vor der Ausstellung mit einem unparfümierten Talkpuder behandeln. Streuen Sie dafür etwas Talkpuder auf das Fell und reiben Sie es langsam ein. Anschließend bürsten sie den Puder mit dem daran haftenden Schmutz und Haarfett wieder heraus. Den äußeren Gehörgang reinigen Sie nur mit einem für Katzen bestimmten Ohrwaschmittel, das Sie erst ins Ohr massieren und dann oberflächig mit einem Tuch abreiben. Sie können auch ein Wattestäbchen verwenden, müssen dann aber Acht geben, dass Sie den Schmutz nicht weiter ins Ohr drücken mit allen etwaigen Folgen. Seien Sie also vorsichtig mit dem Gebrauch von solchen Hilfsmitteln. Manche Aussteller haben die Angewohnheit, die scharfen Krallen unmittelbar vor der Ausstellung kurz zu schneiden.
Äußerliche Merkmale
DER KÖRPER
Die Maine Coon ist die größte gezähmte Katzenrasse, die wir kennen. Vor allem der Kater hat den Ruf, der Größte zu sein. Der muskulöse Körper ist länger als hoch, mit einer breiten Brust. Die bemuskelten Pfoten sind mittellang mit schweren Stiefeln und die großen runden Füße zeigen kleine Haarpinsel zwischen den Zehen. Typisch für die Maine Coon ist weiter der lange Schwanz, der über den Rücken gelegt bis mindestens zum Hals reichen muss.
DER KOPF
Der Kopf hat mittelbreite und hohe Backenknochen. Das feste Kinn bildet eine senkrechte Linie mit Nase und Oberlippe. Von der Seite gesehen, zeigt die Nase einen leichten Höhenunterschied, aber keinen Stop. Die Ohren sind groß und breit an der Basis. Sie stehen hoch auf dem Kopf, weit auseinander und laufen spitz zu. Typisch sind die Ohrfedern, die sich von der Innenseite des Ohrs nach außen krümmen. Luchspinsel (kleine Büschel auf der Spitze der Ohren) sind sehr wünschenswert. Die großen Augen sind leicht oval und stehen ein wenig schräg im Kopf.
DAS FELL
Die Maine Coon hat ein dichtes, halblanges Fell, das auf dem Bauch, an den Flanken und am Schwanz deutlich länger ist. Ein Kragen ist erwünscht. Die Struktur des schmiegsam fallendes Fell hängt von der Farbe ab (bei Katzen mit Silberfaktor, "non-agouti" und blasseren Farben ist das Fell weicher). Auf Ausstellungen bekommen Katzen, die kurzhaarig sind oder überall am Körper ein gleich langes Fell haben, eine weniger gute Beurteilung. Im Sommer ist das Fell durchgehend ein Stück kürzer als im Winter, aber der Schwanz bleibt immer voll behaart. Die Jungen sind schon bald als Halblanghaarige zu erkennen, haben aber noch lange nicht das Fell wie ihre Eltern. Erst wenn sie anderthalb oder zwei Jahre alt sind, hat das Fell sein endgültiges Aussehen. Manchmal kann es auch etwas länger dauern.
DIE FARBEN
Die Maine Coon kommt nur in den sogenannten "natürlichen" Farben vor, also solchen, die wir von der gewöhnlichen Hauskatze kennen. Es sind folglich viele verschiedene Farben und Fellzeichnungen möglich, sowie Schwarz, Blau, Rot und Creme, mit oder ohne weiße Zeichnungen, Tabbyzeichnungen oder silberweißes Unterhaar. Die Farbverteilung, die bei vielen anderen Rassen so wichtig ist, ist bei der Maine Coon von geringerer Wichtigkeit.
Züchter können sich also vornehmlich auf das Züchten von Katzentypen mit einer korrekten Haarstruktur und einer guten Haarlänge konzentrieren. Ein Katzentyp mit einer weniger eleganten Farbverteilung wird dann auch auf Ausstellungen gegenüber einer Katze im Vorteil sein, die sauber symmetrisch gezeichnet ist, aber eine mindere Haarqualität vorweist oder weniger gut gebaut ist. Auch auf die Augenfarbe wird nicht viel Wert gelegt, diese kann grün, grüngelb, kupferfarbig oder sogar "odd-eyed" sein. Selten sind weiße Maine Coons mit blauweißen Augen. Schwarz gefleckt oder schwarz gestreift mit Weiß ist die am häufigsten vorkommende Farbe.